Eltern im Gespräch, #8: Katrin & Manu, Fotografin & Webdesigner

MONTAG, 27. MäRZ 2017

In unserer Serie ELTERN IM GESPRÄCH befragen wir Mütter und Väter zu ihrem Familienleben, wie der gemeinsame Alltag gemeistert wird und was das Leben hier in Franken besonders schön oder anstrengend macht. Unsere neue Gesprächspartnerin ist Katrin, die stellvertretend für ihre kleine Familie – Papa Manu und die Mädels Matilda (5) und Carlotta (7 Monate) – Rede und Antwort steht.

Als Mama hat man immer allerhand zu tun. Wie sieht Dein Tagesablauf/Deine Wochenplanung aus?
Momentan bin ich in Elternzeit. Das heißt, eigentlich wird unser Tagesablauf tatsächlich von den Mädels bestimmt. Bei uns geht es oft „tierisch turbulent“ zu: Neben den Mädels haben wir noch ein kleines Kätzchen zu Hause. Und wir haben viele kinderreiche Freunde. Mit ihnen treffen wir uns oft und gerne draußen. Unter der Woche sind unsere ordnenden Größen die Bürozeiten von Manu und die Zeiten von Matildas Kinderladen. Dazu kommen Kindertanzen und Mama-Baby-Yoga. Am Wochenende genießen wir es lange auszuschlafen – wir sind tatsächlich alle(!) Langschläfer – und leben an freien Tagen fröhlich in den Tag hinein.

Da ich freiberuflich als Fotografin tätig, bin ich flexibel. So langsam nehme ich wieder ein paar Termine an. Allerdings nur solche, bei denen ich die Kleinste mitnehmen kann. Carlotta wird ja noch gestillt. Das Fotografieren mit ihr funktioniert wunderbar und ist bereits praxiserprobt. Unser Trick: Sie schaut von der Babytrage aus – die ich am Rücken trage – zu. In Zukunft werde ich meine Termine um unser Familienleben herum planen, sprich am Wochenende oder abends arbeiten. Dann kann Manu die Mädchen übernehmen.
 
Auch wenn wir mit unseren eigenen Kindern im Familienalltag eingebunden sind: Wir finden es trotzdem sehr wichtig, uns darüber hinaus auch anderweitig zu engagieren und zu helfen. Manu hat ein Ehrenamt in der Asylothek in Nürnberg (www.asylothek.de) übernommen. Die Asylothek ist eine Art offene Bücherei in einem Asylbewerberheim zur Förderung von Bildung, Sprache und Integration. Dort hilft er einmal die Woche aus und gibt Deutschunterricht. Zum Beispiel unterstützt er Flüchtlingskinder bei den Hausaufgaben. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, treffen wir uns abends mit Freunden und können „Erwachsenengespräche“ führen oder kreativen Input sammeln. Das geht zur Zeit natürlich nur abwechselnd.
 
Wie stressig bzw. schwierig ist es?
Momentan ist unser Alltag oft chaotisch, ich empfinde ihn aber nicht als stressig. Das liegt wohl an meiner Elternzeit und daran, dass beide Mädels super-angenehme Begleiterinnen bei allen privaten und auch beruflichen Unternehmungen sind. Schwierig ist es für mich, wenn Manu beruflich einmal im Monat für ein paar Tage in Berlin ist. Meistens kommt dann alles zusammen: Kochen für den Kinderladen, Fotos auf dem Rechner, die dringend auf ihre Bearbeitung warten, eine spontane Jobanfrage, bei der ich Carlotta nicht mitnehmen kann und  und am Besten noch ein Fiebervirus. Da ist Organisationstalent gefragt.
 
Wie kann man das alles vereinbaren?
Trotz all der Flexibilität die ich als Selbständige genieße, möchte ich am liebsten alles miteinander vereinbaren können. Mittlerweile nehme ich mir den „Luxus“ heraus, auch einmal einen Job abzusagen. Vor allem wenn ich das Gefühl habe, es passt gerade nicht zusammen oder ich muss auf wichtige Zeit mit Matilda und Carlotta verzichten. Diese Freiheit hat ihren Preis: Wir haben dann eben kein tolles neues Auto vor der Tür stehen, kaufen eine schicke Eigentumswohnung oder treten die nächste große Fernreise an. Die Familienzeit ist das, was mich momentan am meisten beansprucht. Doch oder gerade trotzdem, die Familie steht im Mittelpunkt und ich genieße es.
 
Wer hilft euch dabei? Würde es auch ohne diese Hilfe gehen?
Wir haben eine „Babyflüsterer-Oma“ in der Nähe. Sie unterstützt uns oft und wo sie kann, wenn ich zum Beispiel mal einen spontanen Fototermin habe. Außerdem gibt es eine super Tante, die abends zum Babysitten von Matilda und Carlotta einspringt. Unsere Freunde sind die nächste hilfreiche und beratende Kraft an unserer Seite. Ganz vorne dabei ist eine Familie aus dem Nachbarhaus. Sie haben selber zwei Töchter, eine davon im Alter von Matilda. Die Beiden sind im gleichen Kinderladen und werden zusammen zur Schule gehen. Wir teilen uns das Holen und Bringen der Kinder. Die Kinder spielen oft „geballt“ mal hier und mal da. Abends kochen wir häufig gemeinsam. Irgendwie würden wir es auch ohne Hilfe schaffen. Da bräuchte man jedoch wesentlich mehr Struktur und Disziplin. Sehr viel stressiger wäre es allemal. Und garantiert auch nicht so spaßig.
 
Gibt es Hürden, in Bezug auf Ämter und sonstiges, die Euch beruflich und privat bremsen oder gebremst haben?
Nein, das Gefühl haben wir nicht.
Wir würden uns allgemein wünschen, dass die Kinderbetreuung kostenlos wäre. So entsteht eine wirkliche Wahlfreiheit, wann und wie viel eine Mama nach der Babypause wieder arbeiten möchte. Unser nächster Wunsch wäre eine steuerliche Erleichterung für Familien. Eine, die nicht an einen Trauschein sondern das Vorhandensein von Kindern gekoppelt wird.
 
Du arbeitest als Fotografin. Was gefällt dir besonders gut an deinem Job? Hast du ein paar Tipps für uns, wie Fotos von Kids gelingen? Die springen ja immer so herrlich vor der Kamera herum …
Ich liebe meinen Beruf – dabei treffe ich auf die unterschiedlichsten Menschen: Mit ihnen teile ich viele wichtige und schöne Ereignisse. In den meisten Fällen werde ich ja ganz bewusst für besondere Momente gebucht. So haben die Leute auch Lust mit mir zusammen zu arbeiten. Hinterher bekommen meine Kunden „konservierte Erinnerungen und Gefühle“ von mir. Diese emotionale Dokumentation ist schon ein großes Job-Privileg. Viele Familien begleite ich schon seit Jahren und erlebe ihre aufregenden Momente mit. So entstehen Fotos von Hochzeiten, Schwangerschaften, Kinderportraits aber auch Business-Aufnahmen. Ein ganz besonderer Moment: Vor kurzem durfte ich eine Geburt fotografisch begleiten. Da überrennen mich dann meine eigenen Gefühle. Diesen Menschen fühle ich mich ganz besonders verbunden.
 
Gute Fotos von Kindern? Lasst die Kinder Kinder sein! Sie hüpfen und rennen und lachen mit dem ganzen Körper. Wichtig ist eine Kamera die schnell auslöst. Am besten mit Serienbild-Funktion. Und natürlich sollte die Kamera auch mit schummrigem Licht umgehen können. Am Besten immer ganz viele Bilder machen – mit der Digitalkamera kein Problem. So kann man sich später in Ruhe das schönste Bild einer Fotoserie aussuchen. Und ganz ehrlich, einem Kind zu sagen „lach doch mal“ hat meistens nichts mit einem natürlichen Kinderportrait zu tun. Kleiner Trick: Lieber sich selbst als Fotografierender „zum Affen machen“. Da kommt ein Lachen ganz von selbst. Und nicht vergessen, auch ernste und in sich vertiefte Kindergesichter sind spannende Motive. Ich selber bin ein Fan solcher Momentaufnahmen.
 
Was kannst Du anderen Eltern besonders empfehlen:
 
Gastronomie:
Vor allem an lauen Sommerabenden liebe ich das Laguz in Gostenhof. Während sich die Eltern bei Biogerichten und nem’ Bierchen entspannen, können sie ihren Kids beim Toben auf dem Spielplatz zusehen. Außerdem ist das HotTacos in der Fürther Straße super für Familien. Dort gibt es einen großen Sandkasten zum Buddeln. Wer Patties bevorzugt, sollte die 90419 Burgerbar mit großer Spielecke (im Nebenzimmer) besuchen
 
Freizeit indoor:    
In unserer Familie lieben alle Wasser und Wärme. Deshalb mein Tipp: die familienfreundliche Therme in Hersbruck. Das Wasser ist so angenehm warm, dass man schon mit den Kleinsten dort Spaß hat. Außerdem kann man sich Schwimmreifen für die Minis ausleihen und mit ihnen zusammen im Wasser entspannen.
 
Freizeit outdoor:  
Der Rosenaupark, an der Pegnitz entlang mit dem Rad nach Fürth fahren, Picknick auf der Hallerwiese

Sportmöglichkeiten:  
Matilda tanzt bei Steffi im Studio3 - das gefällt ihr richtig gut.
 
Film:
Peppa Wutz geht immer! Auch noch mit 5. 
 
Buch:  
Die Schule der magischen Tiere. Wir haben uns alle Teile nacheinander aus der Stadtteilbibliothek ausgeliehen und Matilda wartet sehnsüchtig auf den neuesten Band.
 
Spiel:  
Uno
 
Was würde/n dein Kind/deine Kinder besonders empfehlen?
Nach dem Toben auf dem Veit-Stoß-Platz auf einen Kakao zur Bäckerei Gabsteiger.
 
Worauf freut Ihr Euch schon besonders, bzw. was steht noch an in diesem Jahr?
Wir haben ab Mai nochmal zwei gemeinsame Elternzeit-Monate. Bis dahin wollen wir unseren alten Ford Galaxy zu einem Mini-Wohnmobil umbauen. Und dann geht es per Auto und Fähre für ein paar Wochen nach Griechenland. Und dann wird Matilda im September eingeschult. Das ist natürlich aufregend. Ich bin gespannt, wie sich unsere Tages- und Wochenplanungen straffen und verändern werden. Nicht zu vergessen: Carlotta feiert im Sommer ihren 1. Geburtstag. Lauter Meilensteine!
 
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