ELTERN IM GESPRÄCH, #9: MARIE & ALEXEJ, ILLUSTRATORIN & SCHREINER

FREITAG, 16. JUNI 2017

In unserer Serie ELTERN IM GESPRÄCH befragen wir Mütter und Väter zu ihrem Familienleben, wie der gemeinsame Alltag gemeistert wird und was das Leben hier in Franken besonders schön oder anstrengend macht. Unsere neue Gesprächspartnerin ist Marie, die stellvertretend für ihre kleine Familie – Papa Alexej und Tochter Milla (4) – Rede und Antwort steht.

Neben der Familie gilt Maries Liebe der Illustration. Über die Nürnberger Stadtgrenzen hinaus, kennt man sie durch ihr eigenes Papeterie-Label MsSlow - Paper&Illustration. Und auch bei Alexej, der als Schreiner arbeitet, setzt sich die Kreativität fort. Nun ja, wenn der passionierte Basketballspieler nicht gerade seine Dunking-Performance steigert. Quasi schon von Geburt an, hat Milla eine künstlerische Ader: Selbstgemalte Tattoos mit Filzstift, bunte Papiercollagen und manchmal wird die Wand verschönert.

Als Mama und Unternehmerin hat man allerhand zu tun. Wie sieht Dein Tagesablauf/Deine Wochenplanung aus?
Morgens erst einmal einen Kaffee ;-) und frühstücken. Dann bringe ich Milla (4 Jahre) in den Kinderladen. Direkt im Anschluss geht es ab in mein Studio. Neben meinem Papeterie-Label arbeite ich als Produktdesignerin, auch wenn sich im Moment mit meinem Team viel um MsSlow dreht. Meine Mitarbeiterin und ich arbeiten meistens bis vier im Studio. Je nachdem wie wild der Tag wird, wechseln Alexej und ich uns beim Abholen von Milla ab. Im Sommer gehen wird noch oft in die Rosenau und lassen den Tag dort entspannt ausklingen. Apropos turbulent mit Kind und Job: Ich setze mir Wochenziele – wann ich was zu erledigen habe – das strukturiert mich.

Wie stressig bzw. schwierig ist es?
Ich bin glücklich selbständig arbeiten zu können. Selbstmotivation und -disziplin fallen mir deshalb nicht sonderlich schwer, weil ich meinen Berufsweg als Privileg ansehe. Ich gestalte mein Leben selbst, beruflich wie privat, das ist ein großer Gewinn! Alexej ermutigt mich und ermahnt mich öfter zu entspannen. Genau das ist meine Philosophie, die sich auch im Label spiegelt: slow down. (Lebens-)Qualität braucht einfach Zeit. Und diese kleinen Auszeiten zwischendurch sind wichtig, vor allem für und mit meiner Tochter Milla.

Wie kann man das alles vereinbaren?
Viel untereinander absprechen, Geduld mit sich und den Anderen haben und darauf achten, dass jeder mal eine Auszeit hat. Nicht zu vergessen: um Hilfe bitten und auch in Anspruch nehmen!

Wer hilft euch dabei? Würde es auch ohne diese Hilfe gehen?
Wir haben zum Glück große Unterstützung von Seiten der Großeltern, die uns bei Engpässen aushelfen. Außerdem genießen wir den Luxus, dass Milla ungefähr einmal im Monat bei ihnen übernachtet. Das gibt uns als Paar Zeit für Zweisamkeit. So können wir uns einfach mal ein bisschen treiben lassen. Auf ein Bierchen rausgehen, gute Musik anhören oder einfach mal eine neue Serie erkunden.

Gibt es Hürden, in Bezug auf Ämter und sonstiges, die Euch beruflich und privat bremsen oder gebremst haben?
Eigentlich nicht, es gibt so ein gute Struktur um sich unterstützen lassen: ein guter Steuer- und Bankberater und ab und zu gönne ich mir ein Berufscoaching. Vor Ämtern sollte man am Besten keine Scheu haben, einfach an die Tür klopfen und nachfragen.

Du bist Produktdesignerin und Illustratorin: Was kommt dir unter die Feder und was macht deinen Style aus?
Ich lasse mich gerne vom Alltag inspirieren, da gibt es ja Vorlagen genug :-) Mein Style ist klar und reduziert. Mit wenig Strichen viel zu erreichen fasziniert mich. Die Inhalte sind charmant und immer mit einem Augenzwinkern verbunden.

Wie bist du zum Zeichnen gekommen?
Ein bisschen gezeichnet habe ich schon immer, aber früher nie so intensiv. Deswegen wäre ich zu Schulzeiten auch nie auf die Idee gekommen, mich in diese Richtung beruflich zu orientieren. Nach zwei Semestern Schiffsbau und einer Ausbildung als Schreinerin hat mich eine Freundin ermutigt, mich im Studiengang Produktdesign zu bewerben. Während meines Studiums hat sich dann mein Stil immer weiter herauskristallisiert.

Hast du Tipps für Eltern, die die künstlerische Ader ihrer Kinder unterstützen wollen?
Machen lassen und ermutigen! Mir ist aufgefallen, dass schon Kindergartenkinder ein wenig normiert sind, wie was auszusehen hat. Dabei ist doch das Beste am zeichnen und malen, dass alles erlaubt ist was gefällt.­

Was kannst Du anderen Eltern besonders empfehlen?

Gastronomie:
Wir nutzen keine speziellen Familienangebote, sondern gehen mit Milla einfach überall dahin, wo wir gerne hingehen.

 

Freizeit indoor:
Das Fürthermare, Entspannung für die Eltern und Spaß für die Kinder!


Freizeit outdoor:
Ab in die Rosenau oder an den Pegnitzgrund!


Sportmöglichkeiten:
Das Café Kraft, eine tolle Boulderhalle.
 

Film:
„Captain Fantastic“, ein Film der zum Nachdenken anregt über Freiheit und Erziehung.


Buch:
Vom Standpunkt der Illustratorin auf jeden Fall das Buch „Emma kauft ein“ von Alice Melvin. Und „Ich Klein - du groß“ von Lilli L'Arronge , ein Bilderbuch, das ich eher für uns als Eltern gekauft habe. Wunderschön und lustig!


Spiel:
Lotti-Karotti und der Klassiker Memory, da werden wir von Milla immer richtig abgezockt.­



Was würde deine Tochter besonders empfehlen?
Die Sendung mit der Maus


Worauf freut Ihr Euch schon besonders, bzw. was steht noch an in diesem Jahr?
Natürlich auf den Sommer! Schwimmen (Milla planscht für ihr Leben gern!), grillen, Freunde treffen …
Beruflich baue ich mein Label MsSlow weiter aus – das Produktportfolio wird erweitert (u.a. um einen Familienplaner) und wir stellen noch auf mehreren Messen aus. Es wird toll, aber puh. ;-)


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www.msslow.de

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