Schulalltag vernachlässigt Missbrauchsschutz!

DONNERSTAG, 1. JANUAR 2015

Ein wesentlich stärkeres Engagement der Schulen gegen sexuellen Missbrauch von Kindern forderte Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung. „Schutzkonzepte müssen dringend integraler Bestandteil des Schulalltags werden“, sagte Rörig der Nachrichtenagentur dpa. Die Empfehlungen, die der Runde Tisch „Sexueller Missbrauch“ schon im Jahr 2011 gegeben habe, seien bisher „bei weitem noch nicht flächendeckend“ umgesetzt worden.


In jeder Klasse säßen durchschnittlich ein bis zwei Kinder, die schon einmal missbraucht worden seien. Leider passiere es immer noch, dass sich ein solches Kind einem Lehrer anvertraue und dieser ihm nicht glaube. Um Übergriffe in der Schule selbst zu verhindern, müssten klare Regeln aufgestellt werden – „Beispiel: Fotografierverbot im Dusch- und Umkleidebereich“, sagte Rörig.

Ralf Schmitz, der führende Sicherheitsexperte hinsichtlich Gewaltprävention an Grundschulen, kann dem nur beipflichten: „Gerade in der Grundschule muss Gewaltaufklärung und -prävention noch stärker in den Focus rücken.“ Es sei ja verständlich, dass die Wissensvermittlung in unserer an Leistung orientierten Gesellschaft im Vordergrund stehe, jedoch hätten nicht zuletzt Internet und Neue Medien jede Menge neue Gefahren für Kinder erzeugt. „Kinder sind sehr zutraulich und offen, gerade auf der Straße“, weiß Schmitz, der seit 20 Jahren im hochqualifizierten Expertenteam von Sicher-Stark tätig und deutschlandweit unterwegs ist, um Kinder gegen Missbrauch, Mobbing und Gewalt zu schützen, „doch das macht sie umso gefährdeter gegenüber Gewalt- und Missbrauchstätern.“ Die soziale Initiative Sicher-Stark hat sich auf die Probleme und Sorgen der Primarstufe spezialisiert und steht bereit, Grundschulen und Eltern bei der Aufklärung und Abwehr von Gewalt gegen Kinder zu unterstützen.

Ohne zusätzliche Ressourcen könnten die Lehrer diese Aufgabe nicht bewältigen, bestätigte auch Norbert Hocke, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Wenn ich als Fachdidaktiker in Deutsch und Geschichte ausgebildet bin, dann ist es doch schwierig, sozialpädagogische Tätigkeiten auszuüben.“
Die Experten von Sicher-Stark können hier tatkräftige Hilfestellung geben. „Wir wollen nicht warten, bis wieder ein Kind das Opfer geworden ist, sondern im Vorfeld die Kinder stärken und sensibel für die Gefahren der Zeit machen“, lautet die Kernbotschaft von Ralf Schmitz. „Wenn Ihr Kind erkrankt, gehen Sie auch zum Kinderarzt und nicht zu Ihrem Hausarzt – Sie suchen den Spezialisten auf, und damit haben Sie Recht.“

sicher-stark-team.de




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Stichwort: Kinderschutz, Schule
NEUES, 12.09.2017
Raus aus dem Kindergarten, hinein in die Schule. Doch die Umstellung bringt auch neue Gefahren mit sich, wissen die Sicher-Stark-Präventionsexperten zu berichten. Hier sieben Tipps, wie Eltern ihre Erstklässler auf den Schulalltag richtig vorbereiten können.

Tipp 1: To-do-Liste anlegen Nicht nur Kinder sind bzgl. der Schule aufgeregt, sondern auch Eltern. Die Sicher-Stark-Experten raten bereits einige Wochen vorher, den Schulweg einmal mit dem Kind zu beschreiten, um mögliche Gefahrenpunkte zu erkennen, zu vermeiden, zu besprechen. Kinder mit unter 1 Meter Größe nehmen den Straßenverkehr ganz anders wahr als ein Erwachsener. Sie sollten den Schulweg auch bei schlechtem Wetter gemeinsam gehen, denn dann sind Gefahren zu erkennen, die in den Sommermonaten gar nicht auffallen. Üben Sie mit Ihrem Kind frühzeitig. Zeigen Sie Ihrem Kind auch Hilfestellen, z. B. Notinseln. Dies sind Aufkleber in Ladengeschäften, wo Kinder immer Hilfe bekommen können. Tipp 2: Treffpunkte für Kinder vereinbaren In der Regel geht Ihr Kind nie alleine zu Schule, sondern viele Kinder aus der Region. Deshalb vereinbaren Sie Sammelpunkte, wo mehrere Kinder aus einem Wohngebiet sich treffen und gefährliche Kreuzungen / Schnellstraßen gemeinsam gehen können. So erhöhen Sie bereits die Sicherheit Ihres Kindes. Tipp 3: Sicherheitstraining Besuchen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam ein Sicherheitstraining. Der ADAC, die Verkehrswart oder auch das Sicher-Stark-Team bieten dies seit über 10 Jahren bereits an. Tipp 4: Kinder sollen viel schlafen In der Nacht vor der Einschulung werden die wenigsten Kinder ruhig schlafen. Deshalb ist es wichtig, danach dem Schulkind viel Schlaf zu geben, denn die Anforderungen werden wachsen. Damit Erstklässler neues Wissen aufnehmen können, darf der Schlaf nicht zu kurz kommen. Während Erwachsene mit 7 bis 8 Stunden pro Nacht Schlaf auskommen, sollten Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren rund 10 bis 12 Stunden schlafen. Tipp 5: Onkel Sabbelschmatz und Tante Knuddel Auch an dem Festtag sollten die Grenzen der Kinder geachtet werden. Kinder dürfen auch "Nein" sagen, wenn sie mal nicht geküsst werden wollen. Sie haben genauso Rechte wie Erwachsene. Ein Schulkind möchte sich "groß" fühlen. Dazu zählt auch, dass die Tante oder der Onkel das Kind nicht mehr mit feuchten Küssen abschmatzen, wenn es dies nicht will. Im Kindergarten kann dies noch schön gewesen sein, aber jedes Jahr werden Kinder älter und möchten nicht mehr von jedem berührt, geküsst oder angefasst werden. Deshalb achten Sie die Grenzen der Kinder und zwingen Sie Ihr Kind nicht, der Oma einen Kuss zu geben. Missbrauch kann so später verhindert werden. Tipp 6: Hausaufgaben Viele Eltern erwarten viel von ihrem Kind. Der Leistungsdruck steigt mit Beginn der Schule. Doch achten Sie auch hier darauf, Ihr Kind nicht zu überfordern. Nach der Schule sollte das Kind zunächst spielen. Der Zeitpunkt, zu dem Sie Ihr Kind an den Schreibtisch setzen, trägt entscheidend zum Erfolg der Hausaufgaben bei. Deshalb sollten Sie nach dem Mittagessen dem Kind Spielzeit oder eine Schlafpause gönnen. Nach einer Runde Toben klappt es dann bestimmt besser mit den Hausaufgaben. Faustformel: In der ersten Klasse höchstens 30 Minuten pro Tag!  >>
Erwachsene, die ihren Kindern den Austausch in digitalen Netzwerken erlauben, kommen nicht darum herum, sich in die Privatsphäre-Einstellungen der betreffenden Plattformen einzuarbeiten. Über ein Drittel der Familien haben diese Einstellungen laut McAfee-Untersuchung noch nicht angepasst.

Weiterhin empfehlen die Sicherheitsspezialisten von McAfee: 1. Eltern sollten das Thema Cyber-Mobbing mit ihren Kindern diskutieren. Laut der Untersuchung haben 87 Prozent der Kinder schon Fälle von Cyber-Mobbing mitbekommen. Ein Viertel wüsste laut eigener Angaben nicht, was sie tun sollten, wenn sie Opfer einer solchen Attacke werden. Klicksafe, eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, bietet hier umfassende Informationen. 2. Eltern müssen ihren Kindern erklären, welche Inhalte privat sowie öffentlich geteilt werden können und welche nicht. Laut McAfee-Untersuchung teilen die Hälfte der Teens und Twens ihre E-Mail-Adressen mit anderen, 30 Prozent geben ihre Telefonnummer weiter und 14 Prozent ihre Privatadresse. Damit letzteres nicht automatisiert passiert, sollten Eltern zudem sehr restriktiv sein, was GPS-Tracking-Funktionen betrifft. 3. An den Smartphones selbst sollte immer ein Zugriffsschutz wie eine PIN aktiviert sein. Kommt ein Gerät abhanden, sind so die Daten trotzdem gegen den unberechtigten Zugriff geschützt. Schützen können Nutzer ihre Android-Geräte auch mit der kostenlosen und vom unabhängigen Labor „AV Test“ als sehr gut bewerteten McAfee Mobile Security-Lösung. Diese ermöglicht unter anderem das Orten, Sperren und Löschen verloren gegangener Geräte. Eine umfassende Lösung für Familien ist McAfee LiveSafe. Mit diesem Paket lassen sich alle Geräte – PCs, Laptops, Smartphones, Tablets – zentral aus einer Software schützen und administrieren. So haben Eltern eine weitreichende Kontrolle über die Sicherheit ihrer Kinder. Auch Jugendschutz-Apps sollten Eltern für die Smartphones ihrer Kinder in Betracht ziehen.  >>
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